DER BAUER

Vom Getreidekorn zum Brotgetreide

Im Herbst werden die Felder gepflügt und geeggt damit anschließend das Saatgetreide mit der Sämaschine in den Boden eingebracht werden kann. Je feiner der Zustand des Ackerbodens ist, desto leichter können die Körner zu keimen beginnen. Die Saattiefe wird bei der Sämaschine eingestellt.

Zur schnelleren Bewerkstelligung der Arbeiten werden verschiedene Arbeitsgänge auf einmal ausgeführt; d.h. es werden Kombinationen (z.B. Egge und Sämaschine) vorgenommen. Im Gegensatz zu früher, wo die Landmaschinen noch von Pferd oder Ochse gezogen wurden, werden in der heutigen Landwirtschaft alle Zugarbeiten mit dem Traktor durchgeführt.

Das im Boden in einer Tiefe von ca. 2 cm liegende Getreidekorn beginnt zu keimen. Nach 2 bis 3 Wochen durchbricht der Blattkeim die Oberfläche und bekommt Tageslicht.

Die Felder beginnen grün zu werden und langsam bedeckt der Aufwuchs den gesamten braunen Erdboden. Die erste Veränderung des Farbzustandes hat in der Landwirtschaft eingesetzt. Bei einer Pflanzenhöhe von 2 - 5 cm beginnt die Überwinterung. Der Boden wird kalt bis gefroren und die Vegetation wird bis zum Frühjahr unterbrochen.

Erst bei Erreichung einer Bodentemperatur von 15 Grad und mehr wird im Frühjahr die Vegetation fortgesetzt. Dann beginnt auch für den Landwirt wieder die Arbeit. Die Felder müssen gegen aufgehende Unkrautsamen behandelt werden. Dies erfolgt anfängliche durch Striegeln und später durch Spritzen mit Pflanzenschutzmittel. Auch die Ausbringung von Mineraldünger (Kali, Phosphor und Stickstoff) zur Nährstoffanreicherung erfolgt im Frühjahr.

Vom März bis Juni wächst nun die Pflanze und bildet am oberen Ende die Ähre, welche die neuen Getreidekörner enthält. Jede einzelne Pflanze kann bis zu 60 Körner pro Ähre haben. Daraus geht hervor, daß aus einem Saatgetreidekorn bis 60 neue Getreidekörner entstehen.

Im Juni beginnt die zweite große Veränderung in der Landschaft, da die Felder von grüner auf gelbe Farbe wechseln. Die Vegetation ist abgeschlossen, die Pflanzen sterben ab und die Körner in den Ähren trocknen durch die warme Witterung ab. Die Zeit der Ernte beginnt, wenn die Kornfeuchte 14% erreicht hat.

Beim Einsatz des Mähdreschers wird der Halm mit der Ähre abgeschnitten und die Getreidekörner aus der Ähre gelöst.

Die gedroschenen Körner, jetzt Brotgetreide für die Vermahlung in der Mühle, werden vom Mähdrescher direkt am Feld auf Anhänger verladen.

Anschließend bringt der Landwirt das geerntete Brotgetreide (Weizen, Roggen) zu den Aufkaufsstellen, wo die Zwischenlagerung in Silos bis zur Verarbeitung in der Mühle erfolgt.